Es bedarf keiner Worte – der Geschmack, von dem wir hier sprechen, entführt uns selbst. Unter unserem Haupte glänzt das Antlitz des Urquells unseres Verlangens und entledigt uns jeglicher Sinne. Es ist der Geruch eines unscheinbaren Grases der uns frohlocket, doch es bedarf einer großen Gabe, die Kunst der Vollendung zu erlangen.
Schon am Anfang scheiden sich die Wege, denn es heißt das richtige Blatt zu wählen. Ob dunkel oder hell, kräftig oder mild, Gott bewahre, denn die Last der Wahl bringt uns zu sinken, mehr noch, sie drückt wie ein Dorn in unserem Gaumen.
Ist erst das richtige Blatt gewählt so bedarf es, sich nicht der Unart hinzugeben, dieses im Bündel zu verschließen. Eine Tat, wo jeder Geschmacke reiner Blüte wird verdorben, denn nichts bedarf der Freiheit mehr als die Entfaltung dessen, das später den Gaumen verzücket.
Doch haltet ein, einen Schatz gilt es zu bewahren, ein Geschenk unserer Ahnen. Der Siedepunkt des Heimatgewässers sei wohl bemessen und so versuchet euch nicht dem Verlangen hinzugeben, stattdessen, werdet seines Herren und schenket auch der kleinsten aller Kleinigkeiten die selbe Sorge wie eurem ersten Sohne.
Nun denn, es bedarf mehr zu frohlocken, es heißt den Gärtner schändlich, höchst unnatürlich zu ermorden oder auf anderen Wege die süße Verlockung des Ingwers zu erfahren. Hier trennet sich die Spreu vom Weizen, denn es bedarf einer Gabe, dem Gemisch auch Zimt und Kardamone beizumengen.
Doch weiter sollte der Tee nicht bleiben, er sei zu höherem berufen, denn alter Tee verbittert die Seele. Heraus mit dem Blatte, zur richtigen Glocke, dann ist das Gebräu zum Trinken gereift.
Auch nach so langem Wege sei das Ziel noch nicht erreicht, nun heißt es die Kostbarkeit erst wahrlich zu Entfalten. Es braucht des Kuhes Gut um aus der rohen Köstlichkeit ein wahres Meisterwerk, ein Glockenspiel der Sinne, einen Geschmack, so vertraut und doch so einzigartig, mit höchster Sorgfalt zu kreieren.
So mancher kann den Tee jetzt schon genießen, doch für unser einer braucht es mehr: Die süß-verlockende Frucht der Zuckerrübe vereinigt das Feuerwerk der Geschmäcker, eine Explosion die so manch einer von der Zunge bis in das Unterleib zu spüren vermag.
Nun ist es vollbracht und es ist an der Zeit, sich der vollkommenen Verlockung hinzugeben. Seid ihr nicht gewollt, die Verbrennungen des heißen Gebräus zu ertragen, so sei es euch nicht verwehrt, den Genuss, in dessen Gnaden ihr nun gekommen seid, mit achtsamem nippen zu praktizieren.
Ein Rat sei dir Jüngling noch auf dem Wege gegeben: Beschreibe diese edle Gesöff nie mit gehobenen Umgangston, es sei denn, du willst deine Liebgewonnenen vertreiben…
Zu Papier gebracht von Sir David und Baron Sebastian.
Für diesen Scherz werde ich dir am Ohre knabbern.
zu lang in der Sonne gelegen?
was soll so ein Post?
was soll so ein Kommentar?
Nach sorgfältigem Überlegen, sei mir dieser Kommentar vergönnt:
Gar Meisterlich und nicht ohne Charme wird die Zubereitung des ‘edlen Gesöffs’ beschrieben. Das dies Gefällt is ist Vorherbestimmt. Wenn sich auch die Geister spalten, meine Zustimmung ist gewiss!