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Frage #10

Weihnachten steht vor der Tür, da stellt man sich natürlich einige Fragen. Ist Weihnachten eigentlich noch ein Familienfest, oder stellt der Advent nur mehr einen Geschenkecountdown dar? Habt ihr schon alle Erledigungen getroffen, und wie feiert ihr Weihnachten eigentlich?

Sebastian: Weihnachtsgeschenke, welche Weihnachtsgeschenke? Es gibt bei mir einen jährlichen vorweihnachtlichen Rhythmus, der sich ständig wiederholt. Darunter fällt das panische Kontrollieren der Amazon-Versandszeiten, oder das ständige Suchen von etwaigen Geschenksideen. Dieses Jahr, wie stolz ich doch auf mich bin, habe ich ein Weihnachtsgeschenk sogar schon irgendwann im November vorbestellt, damit es rechtzeitig ankommt. Trotzdem wandern für mich Geschenke und der religiöse Gedanke immer mehr in den Hintergrund, nicht aber das Familienfest. Ich sehe die Kommerzialisierung von Weihnachten sowieso viel unbedenklicher als viele Mitmenschen, einfach weil ich finde, man sollte sich von der angeblichen Gefahr nicht beeindrucken lassen. Ich fühle mich nicht gezwungen irgendjemanden etwas zu schenken, und es muss mir auch niemand etwas schenken. Das ist das schöne an Weihnachten. Eine freiwillige Sache. Meistens.

David: Ich empfinde Geschenke zu einem gewissen Grad beinahe schon als Qual. Natürlich freue ich mich, wenn ich von jemandem etwas tolles geschenkt bekomme, und natürlich schenke ich auch gerne anderen etwas, aber zu Weihnachten bekomme ich manchmal das Gefühl, dass Leute um jeden Preis etwas verschenken müssen. Ich finde es einfach nicht sinnvoll, etwas zu schenken um etwas zu schenken. Wenn ich etwas finde, von dem ich weiß, dass es jemandem gefallen würde, schenke ich es demjenigen. Generell halte ich die ganze Schenkerei gerne im engeren Freunde- und Familienkreis. Im Allgemeinen habe ich nicht das Gefühl, dass es zu Weihnachten nur um Konsum geht. Das kann aber auch damit zusammenhängen, dass ich nicht fernsehe. Wenn ich den Fernseher dann doch einmal Mitte November einschalte und mich die Werbung mit “HoHoHo” begrüßt, platzt mir dafür fast der Kopf. Den Weihnachtsabend verbringe ich mit meinen Eltern und meiner Schwester, am Tag darauf feiere ich mit dem Rest der Familie. Das war schon immer so. Zumindest so lange ich mich erinnern kann.

Marc: Grundsätzlich habe ich den Advent immer als Zeit der Stille und Besinnlichkeit gesehen. – Oder zumindest als die Zeit in der es Draußen finster ist, alles hübsch beleuchtet ist und nach einer Mischung aus Tannenzweigen und Zimt riecht. Nur dieses Jahr wollten diese Gefühle in mir irgendwie nicht wirklich aufkommen. Ich kann kaum glauben, dass Weihnachten in weniger als einer Woche sein wird. Witzigerweise habe ich dieses Jahr schon recht früh alle Geschenke zusammengetragen. Normalerweise bin ich bis zum 24. auf der Suche nach Presenten und in totaler Panik. Vielleicht ist es auch genau dieser Nervenkitzel der mir fehlt. Generell liebe ich es etwas zu verschenken und bin auch bereit dafür länger zu suchen oder zu basteln. Dem ES-IST-DOCH-ALLES-KONSUM!!!1!11!eins!!elf!!-Gefühl kann man recht gut entkommen, wenn man sich nicht in überfüllte Einkaufszentren drängt und Medien bewusst recht selektiv wahrnimmt. Weihnachten (also der 24. bis 26.) selbst war für mich immer DAS Familienfest. Ich glaube, das wird auch dieses Jahr wieder so sein wird, auch wenn ich am 26. nicht zu Hause – sondern auf Reisen – bin. Leider ist Weihanachten auch die Zeit in der man eine nicht vorhandene Beziehung am deutlichsten spürt.

Stu: Die meisten Geschenke sind schon besorgt und auch nicht einfach nur des Schenken wegens ausgesucht. Für mich ist und wird Weihnachten immer ein Familienfest bleiben. Die Kleinsten warten darauf, dass das Christkind endlich kommt und die Geschenke unter den Baum legt. Auch für die Älteren war das immer ein Vergnügen. Doch nicht nur die Bescherung ist für mich Weihnachten. Die Weihnachtsmette danach, sowie das traditionelle Familienessen am Christtag, sind Traditionen denen ich gerne beiwohne. Was ich persönlich an Weihnachten sehr schade finde ist, dass der Advent, der ja bekanntlich eine Zeit der Besinnung und Ruhe sein soll, durch die Konsumgesellschaft immer stressiger und lauter wird. Obwohl ich mich heuer nicht beklagen kann, schon im November Weihnachtslieder gehört zu haben, was aber eher daran liegt dass ich gerade deswegen zu dieser Zeit Einkaufszentren gemieden habe. Es ist jedes Jahr aufs Neue eine Freude an Weihnachten zu Hause zu sein und gemeinsame Stunden mit Familie und Freunden zu verbringen. Und abschließend darf ich noch allen im Namen des gesamten EchoBlog Teams ein Fröhliches Weihnachtsfest und eine schöne Bescherung wünschen.

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