Frage #12
In der letzten Woche eröffnete der Mac AppStore. Ist ein AppStore für Programme sinnvoll bzw. vorteilhaft für Kunden und Entwickler?
Sebastian: Ich finde, dass der AppStore für Mac ein Schritt in die richtige Richtung ist, aber ich sehe es als Gefahr, das solche System die einzige Möglichkeit sein werden, Programme zu installieren. Diese Vorstellung scheint zwar überspitzt, aber am iPhone ist genau das geschehen. Ich glaube zwar auch, dass ein solcher Schritt für den Otto-Normal-Verbrauch-User auch noch von Vorteil wäre, aber nicht für mich. Was mir bei solchen Stores sehr gefällt, ist die Tatsache, das ein Wettbewerb entsteht – Softwarepreise werden niedriger, Umsätze steigen aber trotzdem. Wie auch schon einige Entwickler berichteten, stieg nicht nur der Umsatz, sonder auch der Gewinn. Das gefällt mir.
David: Obwohl mich der Mac-App-Store aktuell noch ziemlich enttäuscht ist das Vorhandensein eines zentralen Stores natürlich ein Vorteil für Entwickler und Kunden. Entwickler bekommen dadurch die Möglichkeit, ihre Programme zu verkaufen ohne selbst eine Download- und Zahlungsinfrastruktur einzurichten. Das ist vor allem für neue, kleiner Entwickler ein großer Vorteil. Bestehende Entwickler leiden leider darunter, dass sie nun entweder auf beiden Platformen verkaufen müssen, oder ihre eigene Verkaufsplatform einstellen und damit eventuell bestehende Kunden verlieren. Auch bei den Kunden profitieren vor allem die Neuen und Unerfahreneren – sprich: Die Leute, die bisher entweder garkeine Software gefunden haben oder ihre Apps ein Leben lang aus dem Downloadordner starteten. Als fortgeschrittener Benutzer möchte man natürlich auch andere Softwarequellen anzapfen. Schließlich bleibt einem schon allein durch Tatsache, dass im Mac App Store (vertsändlicherweise) keine Kommandozeilenprogramme erlaubt sind, auch gar keine andere Wahl.
Marc: Definitiv ja. Einer der Gründe warum ich Linux so toll finde, ist die Paketverwaltung: Eine zentrale Anlaufstelle wenn ich Software suche. Der Mac AppStore hat Accounts und auch wenn ich da wieder Daten von meiner Wenigkeit angebe finde ichs super. Ich setze meinen Rechner oft genug auf. Wenn ich in Zukunft nur noch im AppStore auf den “Lad mal alles was ich hab”-Button klicken muss wäre das genial. Als (angehender) Entwickler finde ich das auch wieder toll. Wie es sich im iPhone AppStore gezeigt hat ist es für wirklich gute Programme, auch von einzelnen kleinen Entwicklern, groß und bekannt zu werden. Für den DAU, äh sorry, “Normalanwender” ist es auch gut. Softwareinstallation in einfach und so. Bin sehr gespannt was da noch so kommt.
Der App Store ist eine gute Idee, die allerdings noch Schwächen aufweist. Das Framework erlaubt es nicht vernünftig zu suchen und auch keine preisliche Einschränkung. Es fehlen die App Charts und all das, was es beim iPhone so einfach macht neues zu entdecken.
Apple hat in der App Store Policy das Vorhandensein von Demos und Trial-Versionen pauschal ausgeschlossen. Das ist ein großes Manko. Auch hier sollte es Free-Versionen geben, die sich bei gefallen upgraden lassen.
Für Entwickler ist es definitv eine Chance. Für den Kunden ist es Benutzerfreundlicher aber zugleich auch eine Kostenfalle. Andere Zahlungsmöglichkeiten als per Kreditkarte wären sehr wünschenswert.
Der Nachteil liegt leider nicht so ganz offensichtlich auf der Hand:
- Upgradezwang. Es gibt keine Möglichkeit an ältere Versionen zu kommen
- Archivierung. Was, wenn eine APP aus dem Appstore verschwindet?
- Zensur. Was rein kommt und was nicht obligt allein Apple. Für den an den App Store gewöhnten User existiert keine andere Software mehr und so bildet sich ein Quasimonopol als Bezugsquelle.
- Zwang beim App Store mitzumachen. Entwickler werden somit nach und nach gezwungen ihre Apps App-Store konform zu entwickeln und dort zu vermarkten weil dort einfach der größte Markt herrschen wird.
Wir werden sehen was die Zukunft bringt…